Erst ganz weit auf - dann bewusst zu
Gestern waren wir beim Iris-Fotoshooting. Meine Kinder, unser Hund, ich.
Das Prinzip: Die Augen so weit wie möglich öffnen, damit jede Struktur der Iris sichtbar wird. Diese unglaublichen Muster, einzigartig wie ein Fingerabdruck.
Wir haben uns angestrengt, nicht zu blinzeln. Die Fotografin hat uns motiviert: „Noch weiter auf! Perfekt!" Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse.
Und dann kam mir auf dem Heimweg dieser Gedanke: In der Hypnose mache ich genau das Gegenteil.
Dort schließen wir bewusst die Augen. Nicht aus Zufall. Sondern weil es funktional ist.
Warum? Weil Sehen mentale Kapazität kostet.
Etwa 80% unserer Sinneseindrücke laufen über das Sehen. Das Gehirn verarbeitet permanent: Licht, Bewegung, Farben, Formen, räumliche Tiefe. Ein enormer Teil unserer mentalen Verarbeitungskapazität ist damit beschäftigt, die Außenwelt zu scannen.
Wenn wir die Augen schließen, wird diese Kapazität frei.
Plötzlich ist Raum für etwas anderes:
Für Körperempfindungen, die vorher im Hintergrund liefen
Für innere Bilder und Gefühle, die sonst übertönt werden
Für feine Signale des Nervensystems, die wir sonst übersehen
Für Zugang zum Unterbewusstsein, ohne dass die Außenwelt dazwischenfunkt
Geschlossene Augen sind kein esoterisches Ritual. Sie sind neurologische Strategie. Sie schaffen Fokus nach innen. Sie helfen, tiefer in Trance zu gehen. Sie erleichtern den Zugang zur unbewussten Steuerungsebene.
Beim Fotoshooting gestern ging es darum, nach außen zu sehen – so klar wie möglich.
In der Hypnose geht es darum, nach innen zu spüren – so tief wie möglich.
Beides hat seinen Platz. Aber nur eines davon verändert, wie dein System Belastung reguliert.
Wenn du wissen willst, was passiert, wenn du die Augen schließt und nach innen gehst - Ich begleite dich gerne.